Den vierten Tag in Folge kämpft die griechische Feuerwehr gegen mehrere große Wald- und Buschbrände westlich der griechischen Hauptstadt Athen. Auch im Nordwesten der USA haben Feuer immense Schäden angerichtet: Dort wüten drei gewaltige Brände rund um die Stadt Spokane. Die Behörden sprechen von der schlimmsten Naturkatastrophe in der Geschichte der Region. In Frankreich und Spanien hingegen ist die Lage momentan weitgehend unter Kontrolle. Die Wald- und Buschbrände westlich von Athen toben weiter. Die Feuerwehr konzentriert sich auf zwei Fronten, die eine liegt im Gebiet der Ortschaft Agios Nektario im Kithairon-Gebirge, die andere nordwestlich der Stadt Megara mit gut 36.000 Einwohnern, wo der Wind immer wieder Glutnester zu Bränden anheizt. Am Nachmittag wurden der Industriepark von Megara sowie mehrere umliegende Dörfer evakuiert; am anderen Ende der rund 25 Kilometer langen Brandregion mussten die Menschen den Küstenort Psatha am Golf von Korinth verlassen. Unterdessen laufen die Untersuchungen zur Kollision zweier Löschhubschrauber, bei der am Sonntag ein Pilot und ein Copilot ums Leben gekommen waren. Mit diesem Unfall stieg die Zahl der Toten bei diesem Ausbruch auf fünf - bereits vergangene Woche waren drei Feuerwehrleute gestorben. In Regionen, wo Brände gelöscht sind, wird damit begonnen, die Schäden zu erheben und die verbrannten Häuser zu begutachten, damit die betroffenen Menschen finanzielle Unterstützung erhalten. Medienberichten zufolge geht die Zahl der zerstörten Häuser in die Hunderte. Insgesamt sollen in der Region rund 10.000 Hektar Fläche verbrannt sein; zahllose Nutz- und Wildtiere verendeten. Im Osten der Niederlande ist unweit der deutschen Grenze in einem Waldgebiet ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr sei mit einem Großaufgebot im Einsatz, um das Feuer im Naturgebiet De Rosmolen bei der Ortschaft Oostrum zu bekämpfen und eine weitere Ausdehnung zu verhindern, teilten die Sicherheitsbehörden mit. Über dem zwischen Venlo und Nimwegen gelegenen Waldgebiet stiegen riesige Rauchwolken auf. Ein Campingplatz mit rund 300 Urlaubern wurde wegen der schlechten Luftqualität geräumt. Außerdem wurde der Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray unterbrochen, da die Feuerwehrkräfte auch unmittelbar an den Gleisen im Einsatz waren. Die Feuerwehr legten eine Brandschneise in dem Wald an und die Armee setzte einen Löschhubschrauber ein. Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben drei Brände Behördenangaben zufolge mehr als 600 Häuser und andere Gebäude zerstört. Die Feuer seien die «schlimmste Naturkatastrophe, die unsere Region je erlebt hat», sagte die Bürgermeisterin der Stadt Spokane, Lisa Brown, auf einer Pressekonferenz. Verletzte oder Tote seien bislang nicht gemeldet worden, hieß es. Angesichts des Ausmaßes der Brände könne sich das jedoch ändern, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson. In den vergangenen Tagen waren rund um die Stadt im Osten des Bundesstaates aus bislang ungeklärter Ursache drei große Brände ausgebrochen. Betroffen ist nach Daten der gemeinnützigen Warn- und Karten-App Watch Duty eine Fläche von mehr als 32 Quadratkilometern. Über 900 Einsatzkräfte kämpften nach Angaben der Behörden zufolge am Sonntag gegen die Brände. Für Tausende Menschen in und um Spokane galten Evakuierungsanordnungen. Spokane zählte laut US-Zensus im Jahr 2025 fast 231.000 Einwohner. Der Bundesstaat Washington liegt an der Grenze zu Kanada. Behördenangaben zufolge sind in diesem Bundesstaat derzeit mindestens 15 größere Waldbrände auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratkilometern aktiv. Es handle sich um eine «außergewöhnliche» Waldbrandsaison, hieß es. In Frankreich herrscht zwar in vielen Regionen weiterhin eine hohe Waldbrandgefahr, die meisten der zuletzt tobenden Brände sind inzwischen aber unter Kontrolle. Die Lage gilt als stabil. Die Feuerwehr ist dennoch mit umfangreichen Kräften weiter damit beschäftigt, letzte Brandherde abzulöschen und ein Wiederaufflammen der Feuer zu verhindern. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen hat sich die Lage in Spanien weiter entspannt. Nach Angaben des Waldbrandportals «Incendios Forestales» waren am Montag landesweit noch 33 überwiegend kleinere Wald- und Vegetationsbrände aktiv - zehn weniger als am Vortag. Die meisten davon wurden aus den Regionen Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha gemeldet. Die Großbrände rund um die Hauptstadt Madrid, welche die Feuerwehr des beliebten Urlaubslandes Ende Juli tagelang in Atem gehalten hatten, lodern zum Teil noch weiter, sind aber unter Kontrolle. Eine weitere gute Nachricht: Dank des Endes der vierten Hitzewelle dieses Sommers ist die Waldbrandgefahr in Spanien landesweit zurückgegangen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte. In Kanada sind laut Behörden aktuell weiter mindestens 833 Brände aktiv. Im westlichen British Columbia mussten am Wochenende rund 5.000 Bewohner evakuiert werden, wie der Sender CBC berichtete. Die Feuer wüten teilweise auch in unbewohnten Gegenden. Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte das Ausmaß der Brände als eine der intensivsten Waldbrandsaisons in der kanadischen Geschichte bezeichnet.Griechenland
Niederlande
Bundesstaat Washington, USA
Frankreich
An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo der in dieser Saison bislang schlimmste Brand gewütet hatte, kehren die Bewohner weiterer evakuierter Orte nach Hause zurück. Einige Menschen aus dem Ort Le Porge müssen aber noch in ihren Ausweichquartieren ausharren: In diesem Ort war während des Brandes im Boden vergrabene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Der Kampfmittelräumdienst sucht noch das Gelände ab, bevor die Menschen in ihre Häuser zurückkehren dürfen.Spanien
Kanada
Bildnachweis: © Michael Varaklas/AP/dpa
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Schlimme Brände in Griechenland - und jetzt auch in den USA
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