Beim aufsehenerregenden Brand in der weltberühmten Moschee-Kathedrale von Córdoba war der Schrecken größer als die Konsequenzen. Der entstandene Schaden sei «sehr gering», sagte der Dekan des zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Gotteshauses, Joaquín Alberto Nieva. Betroffen seien nur 25 bis 50 Quadratmeter einer Gesamtfläche von circa 23.000 Quadratmetern, betonte er vor Journalisten in der Kathedrale der südspanischen Stadt. Man werde alles reparieren können. Auf Videobildern unter anderem der Zeitung «El País» war zu sehen, wie Flammen am Freitagabend kurz nach 21 Uhr lichterloh aus dem Dach schlugen. Schaulustige fotografierten und filmten mit ihren Handys. Es sah zunächst sehr schlimm aus. Doch der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Bereits am Samstag war die Kathedrale zu den üblichen Zeiten wieder für den Publikumsbesuch geöffnet. Der vom Feuer betroffene Bereich - eine kleinere Kapelle im Almanzor-Schiff - blieb aber auch am Sonntag abgesperrt. «Der Besuch und die Ausübung der Gottesdienste sind absolut sicher», versicherte Nieva. Die Kathedrale wurde im vergangenen Jahr von mehr als zwei Millionen Menschen besucht. Damit gehört sie zu den wichtigsten Touristenattraktionen Spaniens. An Nummer eins: die Basilika Sagrada Família in Barcelona mit gut 4,8 Millionen Besuchern. Man habe das Feuer am Freitagabend auch deshalb so schnell unter Kontrolle bringen können, weil es für die Moschee-Kathedrale einen Brandschutzplan gab, teilten die Behörden mit. Mehrere Feuerwehrzüge seien deshalb in kürzester Zeit vor Ort gewesen. Der Brandschutzplan sei unter dem Eindruck des verheerenden Brandes in Notre-Dame 2019 in Paris überarbeitet worden. In den vergangenen Jahren habe es auch regelmäßig Brandschutzübungen in dem Gebäude gegeben, das auf das Jahr 800 zurückgeht. Das Feuer wurde nach ersten Erkenntnissen durch einen Kurzschluss in einer Kehrmaschine ausgelöst, die im Inneren des Gebäudes abgestellt war. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen sollen die genaue Ursache des Brandes klären. Ergebnisse werden möglicherweise schon in den kommenden Tagen erwartet. Die Kathedrale von Córdoba ist eines der bedeutendsten Bauwerke Spaniens. Ursprünglich im 8. Jahrhundert als Hauptmoschee des Emirats von Córdoba errichtet, war sie ein Meisterwerk islamischer Architektur in Al-Andalus. Berühmt ist sie für ihre endlosen Reihen rot-weißer Hufeisenbögen, die von über 850 Säulen getragen werden. Nach der christlichen Rückeroberung 1236 wurde sie in eine katholische Kathedrale umgewandelt. Im 16. Jahrhundert errichtete man ein Renaissance-Schiff mitten im islamischen Gebetsraum. So entstand eine einzigartige Synthese aus maurischen und christlichen Baustilen.War ein Kurzschluss in einer Kehrmaschine schuld?
Meisterwerk islamischer Architektur in Spanien
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Flammen im Welterbe - Córdoba-Kathedrale entgeht Katastrophe
Eine Kehrmaschine war es wohl, die in der berühmten Moschee-Kathedrale im spanischen Córdoba fast für eine Katastrophe gesorgt hätte. Das rasche Eingreifen der Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.
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