8. Juli 2026 / Aus aller Welt

Familie findet kistenweise Knochen im Garten

Eine Braunschweiger Familie will ihren Garten hübsch machen. Beim Umgraben kommen plötzlich etliche menschliche Knochen zum Vorschein.

Felix Chall hat etliche Knochen in seinem Garten in Braunschweig gefunden.
Veröffentlicht am 8. Juli 2026 um 05:00 Uhr von dpa

Bei Gartenarbeiten auf einem Grundstück im niedersächsischen Braunschweig hat eine Familie Dutzende Knochen und Knochenfragmente entdeckt. Nach Angaben des Besitzers Felix Chall fanden sich dabei unter anderem Zähne und größere Teile eines Skeletts. Unklar ist, woher die Knochen stammen.

«Wir haben vor Ostern angefangen, Beetbegrenzungssteine wegzunehmen, um den Garten schönzumachen», erzählt Chall. Mit dem ungewöhnlichen Fund habe man nicht gerechnet, gut fühle es sich aber nicht an. Relativ schnell hätten sie an die 40, 50 menschliche Knochen entdeckt. Da habe er die Polizei gerufen, sagt Chall: «Egal wo, ob wir Beton oder Rasen weggenommen haben, überall waren Knochen versteckt.» Die Spurensicherung habe kistenweise Gebeine abtransportiert. 

Staatsanwaltschaft sieht keine Anzeichen für Straftaten

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ihre Ermittlungen zu dem bizarren Fund inzwischen eingestellt. «Das Grundstück, auf dem die Knochen gefunden worden sind, wurde offenbar in den 60er Jahren mit Friedhofserde aufgefüllt, die noch mit Knochen versetzt war», teilte Staatsanwalt Christian Wolters mit. Anhaltspunkte für Straftaten bestünden nicht.

Chall erhofft sich mehr Informationen darüber, wie die Gebeine in seinen Garten gelangt sind. Zunächst hatten er und seine Frau gedacht, dass es sich um tierische Knochen handelt - erst als der Gerichtsmediziner den menschlichen Ursprung feststellte, habe man geschluckt. Seine Familie sei damit gut umgegangen: Man habe den Kindern erklärt, dass die Knochenreste schon sehr lange im Boden gelagert haben. 

Die Fragen, wie die Überreste ihren Weg in den Boden gefunden haben und warum es so viele sind, beschäftigen den 35-Jährigen am meisten. Inzwischen sei der Garten umgegraben, am vergangenen Wochenende habe man sich extra einen Bagger geliehen. Knapp 150 Kubikmeter Erde wurden mit Hilfe von Freunden und Bekannten gesiebt. Das Ergebnis: sechs weitere Kisten voller Knochen. Für ihn ist die Erklärung mit der aufgeschütteten Friedhofserde angesichts der Fülle des Fundes allerdings nicht plausibel. 

Identität der Toten unklar

Stadtheimatpfleger Thorsten Wendt hält es für außergewöhnlich, dass die Funde nur auf diesem Grundstück gemacht wurden. Alle umliegenden Grundstücke seien flacher, das Haus 1960 gebaut. Die Theorie von der Friedhofserde ist auch für ihn nicht ganz schlüssig, weil die Totenfunde teilweise sehr gut erhalten seien. 

Zudem habe es in der Nähe des Fundorts weder Kirche noch Friedhof gegeben. «Die Theorie, dass in den 60er Jahren Erde aufgeschüttet wurde, steht im Raum. Aber so richtig belegen lässt sie sich nicht», sagt Wendt. Es werde wohl kaum Aufklärung über die Identität der Toten geben.


Bildnachweis: © Moritz Frankenberg/dpa
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