2. September 2025 / Aus aller Welt

Fall Friedland: Verdächtiger entblößte sich vor Frau

Der Tatverdächtige im Fall der an einem Bahnhof getöteten 16-Jährigen fiel schon im April mit einer verstörenden Aktion auf. Die Staatsanwaltschaft teilt mit, wofür der Mann verurteilt wurde.

Am Bahnhof Friedland wurde eine 16-Jährige mutmaßlich in den Tod gestoßen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 2. September 2025 um 14:43 Uhr von dpa

Im Fall der getöteten 16-Jährigen im niedersächsischen Friedland ist ein neues Detail zum Tatverdächtigen bekanntgeworden. Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen mitteilte, war der 31 Jahre alte Iraker im November 2024 wegen einer exhibitionistischen Handlung vom Amtsgericht Einbeck zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt worden.

Der Mann hatte demnach im April 2024 «einen Arm um eine Frau gelegt, gleichzeitig seine Hose geöffnet und seinen Penis hervorgeholt», erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Feststellungen des Amtsgerichts seien rechtskräftig.

Bekannt war, dass der 31-Jährige im Juli dieses Jahres eine 20-tägige Ersatzfreiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Hannover verbüßte, weil er eine Geldstrafe nicht bezahlt hatte. Wofür er die Geldstrafe erhalten hatte, war aber noch unklar.

DNA-Spuren an der Schulter des Opfers gefunden

Im Zuge der Ersatzfreiheitsstrafe beantragte die Ausländerbehörde im Juli Abschiebehaft für den Mann, nachdem bereits seit März gegen ihn eine vollstreckbare Abschiebeanordnung nach Litauen vorgelegen hatte. Das Amtsgericht Hannover lehnte die Abschiebehaft aber ab.

Am Nachmittag des 11. August soll der Iraker die 16-Jährige dann am Bahnhof Friedland gegen einen mit etwa Tempo 100 durchfahrenden Güterzug gestoßen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Göttingen sind DNA-Spuren des Mannes an der Schulter des Opfers gefunden worden. Er gilt als dringend tatverdächtig und wurde per Unterbringungsbefehl in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Die 16-Jährige war 2022 mit ihrer Familie aus der Ukraine ins thüringische Geisleden geflüchtet.


Bildnachweis: © Moritz Frankenberg/dpa
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