5. November 2025 / Aus aller Welt

Fabian starb am Tag seines Verschwindens

Der Fall des vor rund vier Wochen getöteten achtjährigen Fabian hat große Bestürzung ausgelöst. Die Ermittler nennen nun weitere Details und nutzen auch das Fernsehen, um mögliche Zeugen zu finden.

Kuscheltiere und Kerzen zum Gedenken an Fabian.
Veröffentlicht am 5. November 2025 um 15:56 Uhr von Helmut Reuter, dpa

Als Hunderte Einsatzkräfte tagelang mit allen Mitteln nach dem vermissten Fabian aus Güstrow gesucht haben, ist der Grundschüler bereits tot gewesen. Der Achtjährige sei nach bisherigen Erkenntnissen bereits am Tag seines Verschwindens am 10. Oktober getötet und anschließend an dem späteren Auffindeort abgelegt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. An diesem Tag, einem Freitag, war Fabian krankheitsbedingt und nach Absprache mit der Mutter zu Hause geblieben. Seinen Leichnam fand man erst vier Tage später in Klein Upahl.

In diesen vier Tagen hatte man noch gehofft, den Jungen lebend zu finden. Hunderte Einsatzkräfte waren im Einsatz und suchten in und um Güstrow nach dem Kind. Hundestaffeln und Hubschrauber wurden eingesetzt. Die Beamten klingelten an Haustüren und befragten Passanten. Aber am 14. Oktober folgte der Schock, als Fabian tot in einem Wald etwa 15 Kilometer südwestlich von Güstrow gefunden wurde. Das Kind wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, wie sich herausstellte. Der oder die Täterin wurde bislang nicht gefasst.

Ermittler entscheiden sich für Zeugenaufruf

Staatsanwaltschaft und Mordkommission hielten sich in den vergangenen Wochen sehr zurück mit Informationen über den Verlauf der Ermittlungen. Das änderte sich am Mittwoch. «Die Ermittlungsbehörden haben sich entschieden, einen Teil der Ermittlungen bekannt zu geben. Hintergrund ist, dass wir dies mit einem Zeugenaufruf verbinden», sagte der Rostocker Oberstaatsanwalt Harald Nowack. 

Der Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit sollte am Abend in der Sendung «Aktenzeichen XY... Ungelöst» ausgestrahlt und überregional wahrgenommen werden. Im Vorfeld nannten die Ermittler auch erstmals offiziell ein Detail, über das zuvor Medien berichtet hatten und welches das Nachtatgeschehen betrifft: «Vermutlich zur Verschleierung der Spurenlage wurde der Leichnam anschließend angezündet.»

Bestürzung und Anteilnahme

Auch grenzten die Ermittler das Zeitfenster für dieser Handlungen auf wenige Stunden ein: Alles geschah nach bisherigen Erkenntnissen am 10. Oktober zwischen 11.00 Uhr und 15.00 Uhr. Die Behörden baten alle Zeugen, die sich in dem genannten Zeitraum in der Umgebung des späteren Auffindeortes aufhielten, sämtliche sachdienlichen Feststellungen zu Personen, Fahrzeugen und anderen Umständen der nächsten Polizeidienststelle mitzuteilen. 

Das Verbrechen hatte weit über Güstrow hinaus für Betroffenheit und Anteilnahme gesorgt. Auch im Netz äußerten sich viele Menschen bestürzt. «Ich hoffe das sie den oder die endlich finden. Das is so Grausam», schrieb ein User auf Facebook. Am Tag des Auffindens des Leichnams und auch am vorigen Donnerstag fanden sich Hunderte Menschen zu Trauergottesdiensten in der Pfarrkirche St. Marien im Herzen von Güstrow zusammen. Davor und im Inneren der Kirche stellten zahlreiche Menschen Kerzen und Kuscheltiere ab, um Fabian zu gedenken. 

«Wie soll ich das meinen Kindern erklären?»

Bürgermeister Sascha Zimmermann (FDP) hatte dabei von einer Art Schockstarre in Güstrow berichtet, als die Nachricht vom Tod Fabians bekanntgeworden sei. «Weil man nicht begreifen kann, warum so etwas passiert. Warum jemand einem Kind so etwas antut und ein Kind tötet.» Viele Bürger seien an ihn herangetreten und hätten gefragt: «Wie soll ich es meinen Kindern erklären?» 

Er habe bei den Menschen oft eine Mischung aus Mitleid, Beileid über Trauer bis hin zu Wut und Angst festgestellt. Es sei aber auch eine große Solidarität mit der Familie entstanden. Zimmermann hoffte, dass die Polizei in Ruhe ermitteln kann und auch zu einem Ergebnis kommt. «Dann hätte die Unsicherheit auch ein Ende.»

Die Ermittlungen sind laut Staatsanwaltschaft komplex, zeitaufwendig und laufen auf Hochtouren. Ob der Zeugenaufruf im Fernsehen zu den erhofften wichtigen Hinweisen führt, bleibt abzuwarten. Solange der Täter oder die Täterin nicht gefasst ist, wird die Unsicherheit in Güstrow wohl bleiben.


Bildnachweis: © Bernd Wüstneck/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Löckenhoff Lippstadt: „Alt gegen Neu" fürs Rad
Aus den Betrieben

Bei der Aktion „Alt gegen Neu" zahlt Löckenhoff in Lippstadt vom 29.08. bis 19.09. bis zu 1.500 € für dein altes Rad, wenn du ein neues kaufst.

weiterlesen...
Großbrände: Hürtgenwald unter Kontrolle, Monschau entspannt
Aus aller Welt

Zwei große Waldbrände in NRW sorgen für kräftezehrende Einsätze und massive Sorgen. Nun entspannt sich die Situation in Monschau an der belgischen Grenze und im nicht weit entfernten Hürtgenwald.

weiterlesen...
1 Jahr Cube Store Lippstadt: Geburtstagsparty am 21. und 22. August
Aus den Betrieben

Der Cube Store Lippstadt feiert 1 Jahr! Am 21. & 22. August warten Hüpfburg, Bratwurst & Getränke für 1 €, Rabatte bis 30 % und neue CUBE-Bikes 2027.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fisch zu frisch: Griechische Steuerfahnder verhängen Strafe
Aus aller Welt

500 Euro sollte ein Tavernenbesitzer zahlen, weil den Beamten der Fisch in seinem Kühlschrank zu frisch erschien, als dass die dazugehörige Rechnung stimmen könnte. Der Wirt ging dagegen vor.

weiterlesen...
Schulbus prallt gegen Hauswand – mehrere Kinder verletzt
Aus aller Welt

Plötzlich rollt ein Schulbus unkontrolliert bergab – mit Kindern an Bord. Mehrere Autos werden gerammt, dann kracht es.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fisch zu frisch: Griechische Steuerfahnder verhängen Strafe
Aus aller Welt

500 Euro sollte ein Tavernenbesitzer zahlen, weil den Beamten der Fisch in seinem Kühlschrank zu frisch erschien, als dass die dazugehörige Rechnung stimmen könnte. Der Wirt ging dagegen vor.

weiterlesen...
Schulbus prallt gegen Hauswand – mehrere Kinder verletzt
Aus aller Welt

Plötzlich rollt ein Schulbus unkontrolliert bergab – mit Kindern an Bord. Mehrere Autos werden gerammt, dann kracht es.

weiterlesen...