27. August 2025 / Aus aller Welt

Eiffelturm im Kleinformat bald mitten im Elsass

Für einen Besuch des Eiffelturms muss man nicht mehr nach Paris. Ein Metallarbeiter hat einen Nachbau im Elsass an der deutschen Grenze errichtet, im Maßstab 1:10. Dennoch ist der Turm 30 Meter hoch.

Per Kran wurden die Bestandteile des elsässischen Eiffelturms zusammengesetzt.
Veröffentlicht am 27. August 2025 um 11:07 Uhr von dpa

Mitten im Elsass, über 400 Kilometer von Paris entfernt und unweit der Grenze zu Baden-Württemberg, ragt neuerdings ein Eiffelturm in kleinerem Format in den Himmel. Der pensionierte Metallarbeiter Jean-Claude Fassler hat den Nachbau des Pariser Wahrzeichens im Maßstab 1:10 in achtjähriger Arbeit mit Unterstützung seines Familienbetriebs und von Freiwilligen verwirklicht - und sich damit einen Traum erfüllt.

Ein riesiger Kran hievte nun den oberen Teil des Turms auf den Unterbau, womit sich die Arbeiten an dem möglichst originalgetreuen Nachbau in der kleinen elsässischen Gemeinde Sainte-Marie-Aux-Mines südlich von Straßburg dem Abschluss nähern. Er ist beeindruckende 30 Meter hoch und wiegt 60 Tonnen.

Eiffelturm-Nachbau ist technische Herausforderung

Für den 77-Jährigen ist der Nachbau des Eiffelturms nach über 50 Jahren Arbeit im Metallbau sein bislang kompliziertestes Projekt. «Ich habe schon viele technische Herausforderungen gemeistert. Aber diese ist die schwierigste.» Er habe mit dem Projekt einfach angefangen. «Ich habe acht Jahre gebraucht, um den Turm zu bauen, mit meinem Enkel.» Wie das große Vorbild sei der elsässische Eiffelturm aus Stahl gefertigt. «Alle Teile haben wir selber hergestellt und mit dem Laser in der Werkstatt zugeschnitten.»

Seit 2017 arbeitet Fassler anhand von Nachdrucken der Originalpläne vom Bau des Eiffelturms an seinem Projekt. Eigentlich sollte schon 2024 alles fertig sein, aber trotz langer Einsatzwochen auf der Baustelle verzögerte sich das Projekt. Zehntausende Einzelteile mussten gefertigt und zusammengebaut werden. «Man muss wirklich viel Energie haben, um weiterzumachen», sagte Fassler.

Enkel unterstützt Opa bei Konzept und Montage

Sein Enkel Killian Antenat unterstützte seinen Großvater bei der Konzeption und Montage, insbesondere bei der Erstellung von Plänen am Computer. «Ich habe eine Ausbildung im Familienunternehmen absolviert und mein Großvater hat mich nach einigen Monaten gefragt, ob ich an seinem Projekt mitarbeiten möchte. Also habe ich zugestimmt», sagte Antenat. «Wir haben ein Buch, das uns als Inspiration diente, und ich habe alle Teile gezeichnet. Dann haben wir alles mit einem Laser ausgeschnitten und ich habe alles zusammengesetzt und montiert. Alles ist handgefertigt, nach Maß.»

«Ich muss mich genau an die Maße und Winkel halten, die in den Plänen angegeben sind», sagte Fassler während der Arbeiten. Man müsse sehr präzise sein. Alle Zeichnungen seien millimetergenau, so wie der Ingenieur Gustave Eiffel damals millimetergenau gearbeitet habe, sonst passe es nicht zusammen. Nicht nur die Proportionen und Details, auch der Anstrich des elsässischen Eiffelturms ist originalgetreu in Venedigrot gehalten - das ist die Farbe, die der Eiffelturm bei seiner Eröffnung 1889 erhielt.

Nachbau hat keinen Besucheraufzug

Zwar werden Touristen den elsässischen Eiffelturm in Augenschein nehmen können, per Aufzug nach oben fahren wie in Paris können Besucher aber natürlich nicht. Noch vor Abschluss der Arbeiten äußerte Fassler den Wunsch, dass sein Bauwerk in Paris ausgestellt wird - neben dem richtigen Eiffelturm, versteht sich. 

Und dann hat Fassler nach all der Arbeit noch ein persönliches Vorhaben. «Ich werde eine Nacht auf der ersten Etage schlafen, das habe ich gesagt, das werde ich machen. Dann kann ich sagen, ich habe eine Wohnung im Eiffelturm.»


Bildnachweis: © Hannes P. Albert/dpa
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