Drei Menschen haben den Einsturz eines Gründerzeithauses in der sächsischen Stadt Görlitz nicht überlebt - und noch ist unklar: Wie kam es zu diesem Unglück? «Es geht jetzt langsam an die Ursachenforschung», berichtete ein Polizeisprecher einige Stunden nach dem Fund der dritten Leiche am Einsatzort. «Der Ereignisort wird nun peu à peu an die Polizei übergeben, unsere Kriminaltechniker werden ihre Arbeit aufnehmen.» Die Vermisstensuche sei beendet. «Nach bisherigem Erkenntnisstand gehen wir davon aus, dass wir alle Vermissten geborgen haben.» Das Mehrfamilienhaus mitten in einer langen gepflegten Häuserzeile, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend komplett eingestürzt. «Es sieht nach einer Gasexplosion aus», hatte Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) gesagt. Wenige Stunden nach dem Zusammensturz wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. «Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen», hieß es zuletzt. Unermüdlich hatten Dutzende Einsatzkräfte im Dauereinsatz in dem großen Trümmerhaufen nach drei Vermissten gesucht. Teils arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Schutt. Auch Spürhunde suchten mit. Beim Bergen von Trümmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und Kräne im Einsatz. Um die Angehörigen zu betreuen, waren Notfallseelsorger sowie ein rumänischer Pfarrer aus Dresden und ein rumänisch-ukrainischer Pfarrer aus Zittau an der Unglücksstelle. Sie kümmerten sich unter anderem um einen Rumänen, dessen Verlobte und dessen Cousine in dem Haus waren, als es einstürzte. Die drei wollten in Görlitz Urlaub machen. Das Unglück geschah, als er einkaufen war, wie der Mann erzählte. Am Donnerstag gab es für ihn traurige Gewissheit: Die Leiche einer 25 Jahre alten Rumänin wurde gefunden, wenige Stunden später auch eine tote 26-Jährige. Am frühen Abend dann entdeckten die Such-Teams eine dritte Leiche. Es handle sich um einen Mann, mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten 48-Jährigen mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, sagte der Polizeisprecher. Der Tote werde nun in der Rechtsmedizin untersucht. Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen, im Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstörten Altstadt ist die Stadt ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen. Das eingestürzte Gründerzeithaus stand in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs. Der Bereich um das Haus wurde nach dem Einsturz weiträumig evakuiert und abgesperrt.Drei Leichen geborgen
Östlichste Stadt Deutschlands
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Drei Tote - Warum stürzte das Haus in Görlitz ein?
Von einem Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit bleibt nur ein Schutthaufen. Nach tagelanger Suche finden die Einsatzkräfte drei Tote in den Trümmern. Doch wie kam es zu dem verheerenden Einsturz?
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