6. März 2026 / Aus aller Welt

Drei Frauen im Missbrauchsfall Al Fayed befragt

Etliche Frauen werfen dem verstorbenen Harrods-Besitzer Mohamed Al Fayed Missbrauch vor. Die Polizei spricht von einer der größten Ermittlungen ihrer Geschichte - und sucht weiter nach Mitwissern.

Mehrere Frauen hatten dem gestorbenen Unternehmer Mohamed Al Fayed sexuelle Gewalt vorgeworfen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 6. März 2026 um 18:14 Uhr von dpa

Die Londoner Polizei hat im Rahmen der Aufklärung von mutmaßlichen Verbrechen des langjährigen Besitzers des Luxuskaufhauses Harrods, Mohamed Al Fayed, drei Frauen befragt. Die Verdächtigen im Alter von 40 bis 69 Jahren seien unter anderem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Vergewaltigung und sexuellen Nötigung sowie des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung vernommen worden, teilte die Metropolitan Police mit. Festnahmen gab es nicht.

Etliche Frauen hatten dem 2023 gestorbenen Unternehmer sexuelle Gewalt vorgeworfen. Al Fayed besaß neben dem Kaufhaus Harrods auch den Londoner Fußballclub FC Fulham. Viele seiner Opfer sollen Mitarbeiterinnen gewesen sein. Sein Sohn Dodi war der letzte Partner von Prinzessin Diana - die beiden waren bei einem Autounfall in Paris 1997 gestorben.

154 Betroffene meldeten sich bei der Polizei

Die Londoner Polizei spricht von «einer der größten und komplexesten Untersuchungen». Ermittelt werden weiterhin Personen, die Straftaten Al Fayed möglicherweise ermöglicht oder unterstützt haben. Mittlerweile haben sich den Angaben zufolge 154 Betroffene gemeldet und Vorwürfe wie sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel erhoben.

«Die Opfer stehen weiterhin im Mittelpunkt dieser Ermittlungen», sagte Commander Angela Craggs von der Metropolitan Police. Auch wenn Al Fayed nicht mehr lebe und nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden könne, sei die Polizei entschlossen, jeden zur Rechenschaft zu ziehen, der verdächtigt werde, an den Straftaten beteiligt gewesen zu sein. Zwischen 2005 und Al Fayeds Tod hatten 21 Frauen den Unternehmer angezeigt. In keinem Fall kam es zu einem Verfahren. Die jetzigen Ermittlungen erfolgten nach Recherchen der BBC.


Bildnachweis: © epa Parsons/epa/dpa
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