19. August 2025 / Aus aller Welt

Deutsche Feuerwehrleute in Spanien - 40 Waldbrände zugleich

Die mehr als zweiwöchige Hitzewelle hat Spanien hinter sich. Aber die Waldbrände wüten weiter. Auch aus Deutschland treffen Feuerwehrleute ein. Wirklich helfen würde aber vor allem eins.

Deutsche Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen werden voraussichtlich in der Extremadura bei der Waldbrandbekämpfung helfen.
Veröffentlicht am 19. August 2025 um 19:40 Uhr von dpa

Zur Bekämpfung der schlimmsten Waldbrände in Spanien seit Jahrzehnten bereiten sich deutsche Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Westen des Landes auf ihren Einsatz vor. Kurz nach der Ankunft in Aldeanueva del Camino in der Region Extremadura begannen die insgesamt 67 Einsatzkräfte, ihr Camp aufzuschlagen. Dort ganz in der Nähe, in Jarilla, wütet einer der größten Waldbrände, bei dem bereits mindestens 15.000 Hektar verbrannten. In Portugal gab es am Dienstag noch vier große Waldbrände.

Regierungschef verspricht Hilfe

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez und Innenminister Fernando Grande-Marlaska besuchten Jarilla am Nachmittag, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu verschaffen. Dabei kündigte Sánchez an, seine Regierung werde am Dienstag die am stärksten von den Bränden betroffenen Gebiete zu Notstandszonen erklären, um schnelle staatliche Hilfe für den Wiederaufbau zur Verfügung stellen zu können. «Wir werden den Anwohnern bei der Erholung und dem Wiederaufbau zur Seite stehen», versicherte er.

Zuständig für die Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden sind in Spanien die Autonomen Gemeinschaften, die in etwa die Funktion deutscher Bundesländer haben. Wegen der verheerenden Waldbrände im Norden und Westen des Landes hatte Sánchez am Wochenende seinen Sommerurlaub unterbrochen. Er besuchte bereits mehrere betroffene Gebiete. 

Da viele der regionalen Kräfte überfordert und wegen der Länge der Einsätze auch erschöpft sind, mobilisierte die Zentralregierung inzwischen Hunderte zusätzliche Soldaten. Sie ergänzen die Sondereinheit für Brandbekämpfung Ume des Militärs, die von Anfang an dabei ist.

Auch Frankreich, Italien und Finnland schickten Helfer und Löschflugzeuge, die Niederlande, Tschechien und die Slowakei Löschhubschrauber. Wirklich helfen würde aber vor allem Regen. Der aber ist laut Wetterdienst zumindest in den kommenden Tagen nicht zu erwarten.

Gefährlicher Einsatz gegen die Flammen 

Der Kampf der Einsatzkräfte gegen die teils mehrere Meter hohen Feuerwände ist gefährlich. Durch heftige und schnell die Richtung ändernde Winde, die zum Teil von den riesigen Waldbränden selbst erzeugt werden, können die Helfer vom Feuer umzingelt werden. Ein spanischer Einsatzleiter sprach von einem Feuer-Tsunami. In Spanien starben bisher vier Menschen, in Portugal zwei. In Galicien wurden am Montagabend vier weitere Feuerwehrleute verletzt, davon einer mit schweren Verbrennungen, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.

Seit Jahresbeginn wurden nach vorläufigen Schätzungen des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS vom Dienstag bereits über 3.800 Quadratkilometer Natur zerstört - eine Fläche, die etwa deutlich größer als das Saarland (rund 2.570 Quadratkilometer) ist. Am schwersten betroffen sind im Nordwesten die Autonomen Gemeinschaft Kastilien und León und Galicien. Neben der Extremadura ist auch Asturien betroffen.

Dünnbesiedelte Gebiete - Tausende Evakuierte 

Bisher wurden vor allem dünn besiedelte und teilweise nur schwer zugängliche Gebiete in gebirgiger Landschaft in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem mussten bereits Tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Die Feuer zerstörten unter anderem auch Teile von Naturschutzgebieten.

Zu Wochenbeginn waren insgesamt 16 vorwiegend kleinere Landstraßen gesperrt. Der Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Madrid und Galicien blieb am Dienstag am sechsten Tag in Folge eingestellt. Mancherorts kam es zu Protesten Betroffener, die sich über mangelnde Vorbeugung von Waldbränden und zu späte Hilfe gegen die Flammen beschwerten.


Bildnachweis: © Carlos Criado/EUROPA PRESS/dpa
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