27. April 2026 / Aus aller Welt

Currywurst in Nairobi: Junges Geschäft mit Erfolg

Im Ausland leben, das heißt viele Erfahrungen mit einer anderen Kultur zu machen. Fabian Förster brachte die Currywurst nach Nairobi – und musste dafür so manches kulinarische Hindernis überwinden.

Vor knapp einem Jahr eröffnete Fabian Förster «Dieters Grill», ein kleines Imbissrestaurant in Nairobi.
Veröffentlicht am 27. April 2026 um 07:00 Uhr von dpa

Fabian Förster isst «unfassbar gerne» Currywurst. Damit hatte er in Nairobi ein Problem, als er mit seiner deutsch-amerikanischen Frau in die kenianische Hauptstadt zog. Denn so sehr die Kenianer gegrilltes Fleisch – hierzulande heißt es Nyama Choma – mögen: Die Currywurst war bis zum vergangenen Jahr völlig unbekannt.

Kulinarisches Denkmal für westfälischen Opa

Vor knapp einem Jahr eröffnete Förster «Dieters Grill», ein kleines Imbissrestaurant in Nairobi. Namensgeber war der verstorbene Opa. «Den hätte man mit der Currywurst hier auch sehr, sehr glücklich machen können», meint Förster. Und ein klassischer deutscher Name wie Dieter passe auch zu seiner Bude. Die Familie jedenfalls sei mit der Namensgebung einverstanden gewesen.

Seit der Eröffnung hat sich vieles verändert: Inzwischen wird die Wurst selbst gemacht – ein befreundeter Metzger verriet sein Rezept. Seitdem schmeckt die Currywurst nach Heimat – doch nicht nur in «Dieters Grill».

In kenianischer Gastrokultur eher unbekannt

Was in Kenia deutlich schwieriger ist, ist das klassische Konzept der Imbissbude, wie es in Deutschland bekannt ist. Am Tresen stehen und auf der Hand eine Currywurst oder ein Schnitzelbrötchen essen, das ist in Nairobi eine eher unbekannte Esskultur. Wer es sich leisten kann, essen zu gehen, geht eher in ein Restaurant.

Auch der gebürtige Dorstener Arjun Malhotra hat eine deutsche Vorliebe zum Beruf gemacht: Seit 2023 betreibt er in Nairobi den Biergarten «Crafty Chameleon» mit angeschlossener Craftbeer-Brauerei. Er braut seine Biere nach deutschem Reinheitsgebot, das Malz stammt aus Bamberg – selbst eine bayerische Wirtschaftsdelegation zeigte sich überzeugt.

Wichtiger als Laufkundschaft ist für Förster deshalb die Essenslieferung nach Hause oder in Büros, Catering bei Veranstaltungen und neuerdings die Belieferung von Restaurants, Lodges und Safariunternehmen. «Das läuft gerade sehr gut an, weil wir tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal haben mit der Qualität. Und sowohl an der Küste als auch in Nanyuki gibt es jetzt Orte, wo man unsere Wurst kaufen kann.»


Bildnachweis: © Eva Krafczyk/dpa
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