13. April 2026 / Aus aller Welt

Crans-Montana-Brand: Ankläger vernehmen Gemeindepräsidenten

Nach dem Brand mit 41 Todesopfern in Crans-Montana wird nun auch der Gemeindepräsident vernommen. Worum es bei den Ermittlungen und den Vorwürfen geht.

Féroud hat schwere Versäumnisse bei den Brandschutzkontrollen eingeräumt (Archivbild)
Veröffentlicht am 13. April 2026 um 11:17 Uhr von dpa

Gut drei Monate nach dem verheerenden Silvesterparty-Brand in Crans-Montana in der Schweiz muss der Gemeindepräsident des Skiortes, Nicolas Féraud, aussagen. Neben dem Betreiberpaar der Bar und mehreren Sicherheitsbeauftragten führt die Staatsanwaltschaft ihn als Beschuldigten. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung.

Dass seit dem Unglück mit 41 überwiegend sehr jungen Todesopfern so viel Zeit vergangen ist, kritisierte einer der Opferanwälte, Sébastien Fanti. Der Gemeindepräsident habe «bereits am 6. Januar schwerwiegende Versäumnisse eingeräumt», sagte Fanti der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Féroud hatte damals gesagt, dass in der Bar seit 2019 keine Brandschutzkontrollen mehr stattgefunden hätten, obwohl diese eigentlich jährlich vorgesehen sind.

Funkensprühende Partykerzen hatten bei einer Silvesterparty in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana in den frühen Morgenstunden des 1. Januar Schallschaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, viele der Besucherinnen und Besucher schafften es über eine enge Treppe nicht rechtzeitig ins Freie. 

Großer Andrang bei Anhörungen

Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, rund 80 von ihnen so schwer, dass sie teils wochenlang im Krankenhaus waren. Das letzte von neun im Kinderspital in Zürich behandelten Opfern verließ die Klinik nach Ostern. Vielen, die schwere Verbrennungen erlitten haben, stehen noch monate- oder jahrelange Behandlungen bevor. 

Inwiefern die Katastrophe durch regelmäßige Brandschutzkontrollen hätte verhindert werden können, wird untersucht. Anwälte der Barbetreiber Jessica und Jacques Moretti bestreiten, dass der Brandschutz in der Bar vernachlässigt wurde. Sie sind schon mehrfach verhört worden und gegen Kaution auf freiem Fuß. Weil viele Anwälte der Opfer an den Anhörungen teilnehmen wollen, hat die Staatsanwaltschaft eigens eine Aula auf dem Bildungscampus Energypolis in Sitten (Sion) dafür angemietet.


Bildnachweis: © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

 Einkaufsfreude am Altstadtfest-Wochenende: Verkaufsoffener Sonntag am 7. Juni 2026
Stadt Lippstadt

Das Altstadtfest-Wochenende verbindet in Lippstadt Musik, Unterhaltung, Gastronomie und Einkaufsbummel in besonderer...

weiterlesen...
Neue Leistungen bei HSL Kardzis
Lokalnachrichten Lippstadt

Fräsen für Fußbodenheizung & Fliesenlegen – jetzt alles aus einer Hand vom Meisterbetrieb in Lippstadt.

weiterlesen...
Wusstet ihr schon? Im Café Baumhoers Lippeauenblick sind auch Feiern möglich.
Partner News

Nicht nur Café: Im Baumhoers Lippeauenblick sind auch Feiern und Veranstaltungen für Gruppen ab 15 Personen möglich.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Hundehotel Vagabund in Lippstadt feiert 6 Jahre
Lokalnachrichten Lippstadt

Sechs Jahre Vagabund: Bis Samstag gibt es im Shop in Lippstadt 20% auf alles.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fall Fabian: Angeklagte will ihr Schweigen brechen
Aus aller Welt

Die Angeklagte im Fall des getöteten Fabian war laut Zeugen mehrmals am Fundort der Leiche. Und das zu einem Zeitpunkt, als das Kind noch als vermisst galt. Ihr Anwalt macht eine wichtige Ankündigung.

weiterlesen...