2. Januar 2026 / Aus aller Welt

Brand in Schweizer Skiort - Was wir wissen – und was nicht

Während einer Silvesterparty in einem Schweizer Nobel-Skiort bricht in einer Bar ein Feuer aus. Dutzende Menschen sterben. Viele Fragen sind noch offen - vor allem zu den Hintergründen.

Die Polizei äußert sich nicht zu Spekulationen über die Ursache für das Feuer.
von dpa

Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana endet in einer Tragödie. In einer Bar mit Hunderten Feiernden bricht ein Feuer aus, etwa 40 Menschen sterben. Was bisher bekannt ist - und was nicht.

Was wir wissen

  • Das Unglück: In der Silvesternacht ist es im Schweizer Ferienort Crans-Montana (Kanton Wallis) zu einem schweren Brand in der Bar «Le Constellation» gekommen, diese hatte nach eigenen Angaben eine Kapazität von 300 Plätzen.
  • Die Opfer: Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. 

    Es werde «wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland» geben. Junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren gehören zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung «24 Heures». 

    Viele Opfer wurden lebensgefährlich verletzt. Der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, sagte dem Sender RTS, die Universitätsklinik Lausanne habe allein etwa 13 Erwachsene und 8 Minderjährige aufgenommen, «deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist.»
  • Die Uhrzeit: Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis brach das Feuer gegen 1.30 Uhr aus.
  • Die Hintergründe: Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.
  • Der Ablauf: Das Feuer ist ersten Erkenntnissen zufolge nicht durch eine Sprengsatz-Explosion verursacht worden. Der Brand habe eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Anwohner hatten von einer Explosion berichtet. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem «Flashover» in der Bar - ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Art Feuerwalze verglich.
  • Die Rettungsarbeiten: Nach Polizeiangaben war der Rettungs- und Löscheinsatz am Vormittag noch im Gange. Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am Universitätsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.
  • Internationale Unterstützung: Angesichts des Ausmaßes der Tragödie eilte etwa auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe.
  • Die Reaktionen: Das Unglück hat bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Außenminister Johann Wadephul (CDU) und der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin äußerten auf der Plattform X ihre Bestürzung.

Was wir nicht wissen

  • Die Ursache: Was den Brand verursacht hat, ist unklar. Augenzeuginnen sagten dem französischen Nachrichtensender BFMTV, das Feuer sei durch Kerzen ausgelöst worden. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, spekulierte über einen Feuerwerkskörper als Auslöser. «Es gibt mehrere Hypothesen», sagte Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis. Eine Möglichkeit sei, «dass der gesamte Raum Feuer gefasst hat, und dass das zu einer Explosion geführt hat». Es seien Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden.
  • Die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar: Generalstaatsanwältin Pilloud äußert sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten. Eine Untersuchung werde zeigen, ob Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden seien.
  • Die Identität der Opfer: Über die Identität der Todesopfer und Verletzten ist bislang nichts bekannt. Auch ob Deutsche von dem Feuer betroffen waren, ist offen. «Die Identifizierung der Körper, auch der Verletzten, kann leider noch etwas Zeit brauchen», sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. 

Bildnachweis: © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
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