Im Zuge des Prozesses gegen die Unternehmerin Christina Block wegen Kindesentziehung ist der Chef einer israelischen Sicherheitsfirma von der Hamburger Staatsanwaltschaft vernommen worden. Sie könne bestätigen, dass der Beschuldigte zwischenzeitlich vernommen worden sei, teilte Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens mit. Zuvor hatten «Bild» und «Spiegel» berichtet. Die israelische Sicherheitsfirma soll den damals zehnjährigen Sohn und die 13-jährige Tochter aus der Obhut des in Dänemark lebenden Vaters entführt und nach Deutschland gebracht haben. Nach Blocks Angaben sollte die Firma nur die IT-Sicherheit im Hotel Grand Elysée verbessern. Die Rückholaktion hätten die Israelis auf eigene Faust und ohne ihr Wissen gemacht. Der Firmenchef, nach dem gefahndet worden war, gehört nicht zu den Angeklagten in dem aktuellen Prozess. Er ist ein «gesondert Verfolgter». Ihm wird vorgeworfen, den Auftrag zur Entführung der Kinder angenommen und gemeinsam mit mehreren weiteren Tatverdächtigen ausgeführt zu haben. Die Vernehmung betreffe mehrere gegen den Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft Hamburg geführte Ermittlungsverfahren, hieß es weiter von der Staatsanwaltschaft. Vorausgegangen sei eine Kontaktaufnahme der Verteidigung des Mannes, «in deren Folge die Staatsanwaltschaft Sicheres Geleit (§ 295 der Strafprozessordnung) für den Beschuldigten beantragt und das zuständige Ermittlungsgericht einen entsprechenden Beschluss erlassen hat». Die Fahndung nach ihm sei aufgehoben worden. Sollte der Beschuldigte «Anstalten treffen, sich dem Verfahren zu entziehen (wofür derzeit keinerlei Anhaltspunkte vorliegen), würde die Staatsanwaltschaft die Fahndung nach dem Beschuldigten wiederaufleben lassen.» Zum Inhalt der Aussage wollte Sperling-Karstens keinerlei Auskünfte geben und verwies auf das laufende Ermittlungsverfahren. Von einer Sprecherin des Landgerichts hieß es, das Gericht habe seit Kurzem Kenntnis davon, dass der gesondert Verfolgte als Beschuldigter vernommen worden sei. «Es können derzeit keine Auskünfte dazu erteilt werden, ob und wenn ja, welchen Einfluss das auf den Verlauf der Hauptverhandlung haben wird.» Die Tochter des Gründers der Restaurantkette «Block House», Eugen Block, ist angeklagt, während eines langen Sorgerechtsstreits den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in der Silvesternacht 2023/24 in Auftrag gegeben zu haben. Unter den sechs Mitangeklagten ist ein 36-jähriger Israeli, der seine Beteiligung an der Rückholaktion umfassend gestanden hat. Bei seiner Aussage hat er auch die Namen der mutmaßlichen Mittäter aus Israel genannt. Die Staatsanwaltschaft fahndet nach der Vernehmung des Beschuldigten nun noch nach fünf anderen Israelis. Christina Blocks Lebensgefährte Gerhard Delling (66) ist wegen Beihilfe angeklagt. Der frühere Sportmoderator bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben.Kontaktaufnahme der Verteidigung
Folgen für Prozessverlauf noch unklar
Angeklagter aus Israel geständig
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Block-Prozess: Israelischer Firmenchef vernommen
Die Block-Kinder sollen an Silvester 2023/24 von einer israelischen Sicherheitsfirma aus der Obhut ihres Vaters entführt worden sein. Nun hat der Firmenchef bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt.
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