26. Juni 2025 / Aus aller Welt

Bernhardiner und Schnapsfass: Stiftung «Barryland» klärt auf

Wer weiß schon, dass das berühmte Fässchen Schnaps am Hals der Bernhardiner eine Legende ist? Die Stiftung und Begegnungsstätte «Barryland» informiert über die Hunde - und man kann sie live erleben.

Xaver und Xcell tollen auf dem Gelände von «Barryland».
Veröffentlicht am 26. Juni 2025 um 14:32 Uhr von dpa

Mit Bernhardinerdamen und -herren auf Tuchfühlung - das bietet die Anlage «Barryland» in Martigny unweit des Genfersees in der Schweiz. Die Stiftung, die die berühmte Bernhardinerzucht des Großen St. Bernhard betreibt, hat einen Ort geschaffen, der Teil Museum, Teil Begegnungsstätte ist. 

Rund zwölf der 36 Zuchthunde sind jeden Tag vor Ort und lassen sich bei der täglichen Körperpflege, im Bad bei der Physiotherapie oder im Außengehege beobachten. Ansonsten leben sie in der Zuchtstation der Stiftung, die ein paar hundert Meter entfernt liegt. Zurzeit sind zwei Welpen auf dem Gelände: Xaver und Xcell sind sechs Wochen alt. Lio (3) ist zum ersten Mal Mutter geworden. Dass sie nur zwei Welpen hat, ist ungewöhnlich. Ein durchschnittlicher Wurf besteht meist aus sechs bis acht Welpen.

Die Anlage «Barryland» nähert sich der Geschichte der Bernhardiner mit interaktiven Bildschirmen. Es gibt historische Fotos im 3D-Format der Augustiner-Chorherren, die bis heute auf dem fast 2.500 Meter hohen Berg St. Bernard leben und Jahrhunderte die Zucht betrieben. Dem Berg haben die Hunde ihren Namen zu verdanken. Durch spezielle Brillen können Besucher die Chorherren und die Hunde plötzlich über ein Modell der Alpen spazieren sehen. Sie haben auch die Chance, ein Foto mit einem virtuellen, aber täuschend echten Bernhardiner zu produzieren und sich per E-Mail zuschicken zu lassen.

Besucher erfahren, dass die Sache mit dem Fässchen Schnaps am Hals, das zur Legende der Bernhardiner gehört, erfunden ist. Tatsächlich haben die Mönche die Hunde bei der Suche nach im Schnee Verirrten eingesetzt, aber ohne Schnapsfässchen. Geschwächt Alkohol zu trinken, wecke die Geister nur kurz und führe dann zu noch größerer Erschöpfung, warnt eine Schrifttafel. 

Der Soldat und die Fässchenlegende

Das Fässchen am Hals des Bernhardiners erwähnt im Jahr 1800 erstmals ein Soldat Napoleons in einem Brief. Was er genau meinte, gesehen zu haben, ist unklar. So entstand aber die Legende, Maler griffen das Bild auf und stellten Bernhardiner fortan oft mit Fässchen dar. Der Name «Barryland» geht übrigens auf einen berühmten Urvater der Bernhardiner zurück. Barry, der ausgestopft in einem Museum steht, hat von 1800 bis 1814 bei den Domherren gelebt und soll 40 Menschen das Leben gerettet haben.

Die Stiftung übernahm die Zucht von den Domherren 2005. Bis heute lässt sie jedes Jahr zehn, zwölf Hunde bei den Domherren den Sommer verbringen. Die Zuchtbedingungen sind im Tal aber deutlich besser. Jede Mutter bekommt zwei bis drei Würfe, danach wird sie bei Eignung unter anderem als Therapiehund in Alten- oder Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Der Bedarf ist so groß, dass die Stiftung eine eigene Ausbildung für Sozialhundeteams eingerichtet hat.


Bildnachweis: © Christiane Oelrich/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...
Neue Bauordnung NRW: Was Bauherren in Lippstadt jetzt wissen müssen
Politik & Rathaus

Seit dem 1. September gilt in NRW eine neue Bauordnung: kürzere Fristen, Bauantrag nur noch digital, Dachausbau oft ohne Genehmigung.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Schweres Erdbeben erschüttert Panama - Tsunami-Warnung
Aus aller Welt

Ein schweres Erdbeben in Panama könnte gefährliche Wellen an mehreren Küsten Mittel- und Südamerikas auslösen. Es wurden schon erste Schäden gemeldet - Präsident Mulino ruft zur Ruhe auf.

weiterlesen...
Nicht geknackt: 120 Millionen Euro bleiben im Eurojackpot
Aus aller Welt

Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Doch wieder hat niemand die richtigen Zahlen getippt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Schweres Erdbeben erschüttert Panama - Tsunami-Warnung
Aus aller Welt

Ein schweres Erdbeben in Panama könnte gefährliche Wellen an mehreren Küsten Mittel- und Südamerikas auslösen. Es wurden schon erste Schäden gemeldet - Präsident Mulino ruft zur Ruhe auf.

weiterlesen...
Nicht geknackt: 120 Millionen Euro bleiben im Eurojackpot
Aus aller Welt

Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Doch wieder hat niemand die richtigen Zahlen getippt.

weiterlesen...