17. April 2026 / Aus aller Welt

Australien: 129 weitere Anklagen gegen Ex-Kinderbetreuer

«Ein Alptraum»: Die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Ex-Kita-Mitarbeiter aus Sydney haben sich massiv ausgeweitet. Die Polizei durchsucht Berge von Material, um betroffene Kinder zu finden.

Der Verdächtige soll unter anderem kinderpornografisches Material produziert haben. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 17. April 2026 um 04:43 Uhr von dpa

Schock in Australien: Gegen einen ehemaligen Kinderbetreuer aus Sydney sind 129 weitere Anklagen wegen mutmaßlichen Kindesmissbrauchs erhoben worden. Der Beschuldigte war bereits im Juli 2025 nach einem Hinweis des Nationalen Zentrums für vermisste und ausgebeutete Kinder festgenommen und zunächst in acht Fällen angeklagt worden. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

Die nun 137 Anklagepunkte umfassen unter anderem die Herstellung von Missbrauchsmaterial, das Filmen von Personen ohne deren Einwilligung sowie sexuelle Übergriffe auf Kinder, wie die australische Nationalpolizei mitteilte. Die mutmaßlichen Taten sollen sich zwischen 2009 und 2025 ereignet haben.

Hohe Haftstrafe droht

«Für jedes dieser Vergehen können Freiheitsstrafen verhängt werden, wobei auf das Vergehen des schweren Missbrauchs eines Kindes unter 14 Jahren zur Herstellung von kinderpornografischem Material eine Höchststrafe von 20 Jahren Freiheitsstrafe steht», hieß es in der Polizeimitteilung. 

Die Ermittler hatten im vergangenen Jahr die Wohnung des Verdächtigen durchsucht. Dabei wurden mehrere elektronische Geräte sichergestellt. Die Auswertung unzähliger gefundener Dateien führte laut Polizei zu den zusätzlichen Vorwürfen. 

«Der schlimmste Alptraum für Eltern»

Beamte versuchen derzeit, Kinder in dem sichergestellten Material zu identifizieren. Betroffene Familien sollen in den kommenden Wochen informiert werden. «Wir wissen, dass so etwas der schlimmste Alptraum für Eltern ist, und wir haben Ermittler und Experten für digitale Forensik, die rund um die Uhr daran arbeiten, 2,4 Millionen elektronische Dateien systematisch zu überprüfen», sagte Kriminalkommissar Luke Needham.


Bildnachweis: © Nicolas Armer/dpa
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