13. Oktober 2025 / Aus aller Welt

Analog-Astronauten auf simulierter Mars- und Mondmission

Es wird wohl noch eine ganze Reihe von Jahren dauern, bis Menschen ihren Fuß auf den Mars setzen. Aber die Vorbereitungen laufen. Trainiert wird jetzt auch in Bunkern und Tauchkapseln.

Weltweit simulieren zwei Wochen lang 17 Teams einige Bedingungen einer Mars- und Mondmission. Das Projekt wird in Wien vom Österreichischen Weltraum Forum koordiniert.
Veröffentlicht am 13. Oktober 2025 um 14:45 Uhr von dpa

Mit ihrer bisher umfangreichsten internationalen Mission wollen Analog-Astronauten künftige Aufenthalte auf dem Mond und dem Mars besonders intensiv simulieren. Rund 70 Männer und Frauen werden in den nächsten beiden Wochen weltweit verteilt in 17 sogenannten Habitaten leben, die in einigen Aspekten dem Aufenthalt auf beiden Planeten zumindest ähneln, wie das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) als Kontrollzentrum zum Start mitteilte. Geleitet wird die von Wien aus koordinierte Mission von der 44-jährigen deutschen Analog-Astronautin Anika Mehlis aus Plauen. 

Analog-Astronauten sind Forscher, die Mars-Missionen und andere Weltraumerkundungen auf der Erde simulieren, um wichtige Erfahrungen für künftige bemannte Missionen zu sammeln. Bei Aufenthalten im Freien tragen sie spezielle Raumanzüge.

Forschungen zum Stress auf engstem Raum

Die Experten untersuchen unter anderem die Zusammenarbeit eines heterogenen Teams unter extremem Stress sowie den Umgang mit der Isolation. Dazu leben die Mannschaften in Tschechien oder Polen zum Beispiel in einem Bunker oder einer Tauchkapsel auf engstem Raum zusammen, wie ÖWF-Direktor Gernot Grömer sagte. 

Die Teams testen auch den Pflanzenanbau mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Darüber hinaus würden Erkenntnisse über eine mögliche Verseuchung der Mars- und Mondüberfläche durch eingeschleppte Mikroorganismen gesammelt, hieß es.

An dem Projekt sind insgesamt 200 Forscher aus 25 Nationen beteiligt. Die Habitate befinden sich unter anderem in Jordanien, Frankreich, Polen, USA, Australien und Indien. In Deutschland gibt es keines.  

Bemannte Mars-Reise wohl in den 2040er Jahren

Eine Reise zum Mars gilt als eines der wichtigsten Ziele der Raumfahrt. «Mit den aktuellen technischen Möglichkeiten ist die beste Option für eine Reise zum Mars: 200 Tage Richtung Mars, dann ein Jahr Aufenthalt und 200 Tage retour», sagte Grömer. Viele Fragen zu dieser langen Reise und dem Aufenthalt seien noch ungeklärt. Aktuell rechneten große Weltraumorganisationen damit, dass die ersten Menschen in den 2040er Jahren den Mars betreten würden, so Grömer.

Das ÖWF organisiert regelmäßig Mars-Analog-Missionen. Die Organisation hat auch einen Raumanzug-Prototypen für Aufenthalte auf dem roten Planeten entwickelt.


Bildnachweis: © Helmut Fohringer/APA/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Bahn-Chaos: Was wir über die Störung wissen und was nicht
Aus aller Welt

Ein Funk-Ausfall legt Züge lahm, die Deutsche Bahn sucht nach Antworten – und Fahrgäste nach Informationen. Was passiert ist und was noch ungeklärt bleibt.

weiterlesen...
Strömung reißt drei Menschen in Österreich in den Tod
Aus aller Welt

Ein Badeausflug endet für Vater, Sohn und einen Bekannten tragisch. Das Trio hat offenbar die tödliche Kraft einer Wasserwalze unterschätzt. Der Rettungsversuch eines Augenzeugen scheiterte.

weiterlesen...
Angeklagter gesteht Missbrauch eines Mädchens übers Internet
Aus aller Welt

Für nur wenige Euro soll ein Mann ein Kind über Jahre sexuell ausgebeutet haben. Vor Gericht zeigt sich die Dimension dieses internationalen Verbrechens.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Bahn-Sicherheitsmann nach Attacke aus Zug gestürzt
Aus aller Welt

Nach einer Auseinandersetzung mit einem Fahrgast stürzt ein Bahn-Sicherheitsmitarbeiter aus einem fahrenden Zug und ist in Lebensgefahr. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

weiterlesen...
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Aus aller Welt

Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bahn-Sicherheitsmann nach Attacke aus Zug gestürzt
Aus aller Welt

Nach einer Auseinandersetzung mit einem Fahrgast stürzt ein Bahn-Sicherheitsmitarbeiter aus einem fahrenden Zug und ist in Lebensgefahr. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

weiterlesen...
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Aus aller Welt

Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.

weiterlesen...