Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt nach einem Vorfall in einem Jugendzentrum wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen mehrere Jugendliche. Drei Jungen sollen eine 14-Jährige in Gnarrenburg missbraucht und Videoaufnahmen veröffentlicht haben, berichtete die «Bild»-Zeitung. Bereits im vergangenen August hatte «Der Anzeiger» über den Fall geschrieben. «Das ist ein laufendes Verfahren, es sind Minderjährige betroffen», bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag. Die Ermittlungen würden wegen der Beteiligung von Jugendlichen mit der notwendigen Beschleunigung behandelt, sagte sie. Es sei nicht abzusehen, wie lange sie noch dauerten. Es gilt Unschuldsvermutung. Die Mutter des Mädchens hatte den Fall öffentlich gemacht, nachdem sie die Videos auf dem Handy der Tochter gesehen hatte und die Familie nach eigener Aussage keine Hilfe in der Gemeinde bekommen habe. Das Gnarrenburger Jugendzentrum wird von der evangelischen Kirche und der Gemeinde betrieben, ein Diakon soll an dem Tag im Haus gewesen sein. Alle drei Beschuldigten sollen dem Vernehmen nach zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sein. Die Mutter hatte von einem möglicherweise ähnlich gelagerten Fall in Berlin erfahren und sieht Parallelen in der aus ihrer Sicht fehlenden Aufarbeitung. In Berlin soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst im Februar durch die Anzeige des Vaters. Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatteten zunächst Anzeige. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin. Der Jugendclub ist geschlossen. In einer Stellungnahme des Jugendzentrums in Gnarrenburg heißt es, die Vorwürfe stammten aus der Mitte des vergangenen Jahres. Sofort nach Bekanntwerden seien die vorgesehenen Meldeketten ausgelöst, die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft am selben Tag aufgenommen worden. Mit den Eltern sei am Folgetag ein Gespräch geführt worden. Das Team des Jugendzentrums habe korrekt gehandelt, es habe bis zu der Anzeige keine Kenntnis von einer Gewalttat gehabt, hieß es am Montag von der Kirche. «Auch wir wollen eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe und daraus folgende Konsequenzen», so das Jugendzentrum. Wenn Eltern den Eindruck hätten, dass ihrem Kind Leid zugefügt wurde, sei das für jede Familie eine Ausnahmesituation. «Den Schmerz, die Angst und auch die Wut können wir absolut nachvollziehen.» Nicht zu tolerieren seien aber verbale Angriffe im Netz auf die Kirchengemeinde, die Gemeinde Gnarrenburg und das Jugendzentrum.Mutter sah Video auf Handy der Tochter
Jugendzentrum weist Vorwurf des Schweigens zurück
Bildnachweis: © Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
14-Jährige soll in Jugendzentrum vergewaltigt worden sein
Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen drei Jugendliche. Die Mutter einer 14-Jährigen machte den Vorwurf nun öffentlich.
Meistgelesene Artikel
- 3. Oktober 2026
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.
- 28. September 2026
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".
- 2. Oktober 2026
Schülerin bricht in Unterricht zusammen und stirbt
Eine 16-Jährige bricht während des Unterrichts zusammen und stirbt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zur Todesursache.
Neueste Artikel
- 14. Oktober 2026
Von HIV geheilter Patient ist Charité-Mitarbeiter
Der «Zweite Berliner Patient» wurde als einer von 13 Menschen weltweit von HIV geheilt. Ihm wurden Stammzellen einer gesunden Spenderin inklusive ihres Immunsystems übertragen.
- 14. Oktober 2026
Maskierte befreien Häftling aus Arztpraxis
Aus einem Besuch beim Arzt ist in Essen eine spektakuläre Gefangenenbefreiung geworden: Maskierte überwältigten die Bewacher und verhalfen einem 34-Jährigen zur Flucht.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Oktober 2026
Von HIV geheilter Patient ist Charité-Mitarbeiter
Der «Zweite Berliner Patient» wurde als einer von 13 Menschen weltweit von HIV geheilt. Ihm wurden Stammzellen einer gesunden Spenderin inklusive ihres Immunsystems übertragen.
- 14. Oktober 2026
Maskierte befreien Häftling aus Arztpraxis
Aus einem Besuch beim Arzt ist in Essen eine spektakuläre Gefangenenbefreiung geworden: Maskierte überwältigten die Bewacher und verhalfen einem 34-Jährigen zur Flucht.

