23. März 2026 / Aus aller Welt

14-Jährige soll in Jugendzentrum vergewaltigt worden sein

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen drei Jugendliche. Die Mutter einer 14-Jährigen machte den Vorwurf nun öffentlich.

Eine 14-Jährige soll in einem Jugendzentrum von drei Jugendlichen sexuell missbraucht worden sein. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 23. März 2026 um 13:26 Uhr von dpa

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt nach einem Vorfall in einem Jugendzentrum wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen mehrere Jugendliche. Drei Jungen sollen eine 14-Jährige in Gnarrenburg missbraucht und Videoaufnahmen veröffentlicht haben, berichtete die «Bild»-Zeitung. Bereits im vergangenen August hatte «Der Anzeiger» über den Fall geschrieben. «Das ist ein laufendes Verfahren, es sind Minderjährige betroffen», bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag.

Die Ermittlungen würden wegen der Beteiligung von Jugendlichen mit der notwendigen Beschleunigung behandelt, sagte sie. Es sei nicht abzusehen, wie lange sie noch dauerten. Es gilt Unschuldsvermutung. 

Mutter sah Video auf Handy der Tochter

Die Mutter des Mädchens hatte den Fall öffentlich gemacht, nachdem sie die Videos auf dem Handy der Tochter gesehen hatte und die Familie nach eigener Aussage keine Hilfe in der Gemeinde bekommen habe. Das Gnarrenburger Jugendzentrum wird von der evangelischen Kirche und der Gemeinde betrieben, ein Diakon soll an dem Tag im Haus gewesen sein. Alle drei Beschuldigten sollen dem Vernehmen nach zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sein. 

Die Mutter hatte von einem möglicherweise ähnlich gelagerten Fall in Berlin erfahren und sieht Parallelen in der aus ihrer Sicht fehlenden Aufarbeitung. In Berlin soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst im Februar durch die Anzeige des Vaters. Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatteten zunächst Anzeige. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin. Der Jugendclub ist geschlossen.

Jugendzentrum weist Vorwurf des Schweigens zurück

In einer Stellungnahme des Jugendzentrums in Gnarrenburg heißt es, die Vorwürfe stammten aus der Mitte des vergangenen Jahres. Sofort nach Bekanntwerden seien die vorgesehenen Meldeketten ausgelöst, die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft am selben Tag aufgenommen worden. Mit den Eltern sei am Folgetag ein Gespräch geführt worden. Das Team des Jugendzentrums habe korrekt gehandelt, es habe bis zu der Anzeige keine Kenntnis von einer Gewalttat gehabt, hieß es am Montag von der Kirche. 

«Auch wir wollen eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe und daraus folgende Konsequenzen», so das Jugendzentrum. Wenn Eltern den Eindruck hätten, dass ihrem Kind Leid zugefügt wurde, sei das für jede Familie eine Ausnahmesituation. «Den Schmerz, die Angst und auch die Wut können wir absolut nachvollziehen.» Nicht zu tolerieren seien aber verbale Angriffe im Netz auf die Kirchengemeinde, die Gemeinde Gnarrenburg und das Jugendzentrum.


Bildnachweis: © Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn
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